Die CVP Uri begrüsst den vorausschauend planenden Bericht Volksschule 2016, welcher in allen wesentlichen Themenbereichen fundierte Lösungsvorschläge zur Diskussion stellt. Die Gesamtübersicht der zentralen Herausforderungen der Urner Volksschule ist die Basis für die Definition der Zielsetzungen und Entwicklungen bis ins Jahr 2016.
Die CVP Uri wird sich deshalb auch in der nächsten Landratssession vom 1. September 2010 vehement dafür einsetzen, dass Urner Jugendlich gleichwertige Bildungs- und Ausbildungschancen haben wie diejenigen aus den umliegenden Kantonen. Es ist deshalb unabdingbar, dass sich auch Uri am Lehrplan 21 beteiligt und nicht abseits steht.
Zum Bericht Volksschule 2016 und zum Konzept der Tagesschulen:
1. Im Bereich Kindergarten unterstützt die CVP Uri die Bestrebungen in zahlreichen Gemeinden zur Einführung des freiwilligen 2-Jahres-Kindergartens. Damit kann allen Kindern ein optimaler und chancengleicher Start in den Schulalltag ermöglicht werden. Die Gemeinden sollen in diesem Bereich jedoch aufgrund ihrer Bedürfnisse selbst ein Angebot definieren und nicht vom Kanton dazu verpflichtet werden. Die CVP lehnt deshalb ein Obligatorium zum Angebot eines 2. Kindergartenjahres ab.
2. Auf der Primarschulstufe begrüsst die CVP Uri die frühzeitige und altersgerechte Sprachförderung. Der Englischunterricht ab dem 3. Schuljahr hat sich bewährt und weckt bei vielen Kindern die Freude am Erwerb einer Fremdsprache.
Mit dem Unterricht der zweiten Fremdsprache, Französisch, soll jedoch erst in der Oberstufe begonnen werden. Damit kann sichergestellt werden, dass weiterhin genügend Lektionen für die Promotionsfächer, insbesondere Deutsch und Mathematik, aber auch für den handwerklichen und musischen Unterricht verbleiben. Dies bedingt allerdings, dass die Französischlektionen in der Oberstufe anforderungsreicher werden, damit beim Abschluss der obligatorischen Schulzeit die Kenntnisse der Urner Jugendlichen denjenigen in den anderen Kantonen entsprechen. Es muss gewährleistet werden, dass unsere Schüler und Schülerinnen bei einem ausserkantonaler Schulbesuch problemlos im Französischunterricht mithalten können.
3. Auf der Oberstufe soll der Kanton den Gemeinden weiterhin die Wahl zwischen dem separierten, dem integrierten oder dem kooperativen Modell ermöglichen. Es ist an den Gemeinden, aufgrund ihrer Rahmenbedingungen eine optimale Lösung zu treffen; dazu gehört auch die Wahl des separierten Modells, wie es heute in Altdorf und Seedorf besteht.
Auch soll diese Wahlmöglichkeit nicht durch eine noch weitergehende Integration der Werkschule in die Regelklassen verunmöglicht werden. Die spezifischen Bedürfnisse dieser Jugendlichen können in einer eigenen Klasse oft besser befriedigt werden.
Eine Senkung der maximalen Schülerzahlen von 26 auf 24 wäre in pädagogischer Hinsicht wünschenswert. Die Anforderungen in den einzelnen Klassen sind aufgrund der Bedürfnisse der Kinder vielfältiger geworden.
4. Die CVP Uri erachtet es im Bereich der Volksschule als wesentlich, dem Erziehungsrat weiterhin Kompetenzen in der strategischen Steuerung zu belassen. Gerade eine Instanz zwischen dem kommunalen Schulrat und dem Regierungsrat, kann diesen auch entlasten. Eine den Regierungsrat lediglich beratende Bildungskommission ist deshalb abzulehnen. Es gilt aber im Rahmen der Neuordnung die Aufgaben und Kompetenzen des Erziehungsrates zu überprüfen und nötigenfalls neu zu definieren.
5. Die CVP Uri steht einem zeitlich beschränkten Versuch einer kantonalen Tagesschule aufgrund der geringen Nachfrage der Betroffenen kritisch gegenüber. Es wäre sinnvoller, wenn der Kanton die Bedürfnisse der Gemeinden in den Vordergrund stellen und mit den für den Versuch zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln bereits jetzt deren Projekte und Anliegen gezielt unterstützen würde.
Marlies Rieder