17.04.2018 / Vernehmlassung / /

Vernehmlassung Regionales Gesamtverkehrskonzept Ursern

Baudirektion Uri

Amt für Tiefbau

Vernehmlassung rGVK U

Klausenstrasse 2

6460 Altdorf

 

Attinghausen, 4. April 2018

 

 

Vernehmlassung

Regionales Gesamtverkehrskonzept Ursern

 

Sehr geehrter Herr Flury

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Mit Schreiben vom 6. Februar 2018 haben sie die CVP Uri eingeladen, zu obgenannter Gesetzesvorlage Stellung zu nehmen. Gerne äussern wir uns dazu wie folgt:

Allgemein

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob Andermatt Sedrun Sport AG (ASS) noch die richtige Bezeichnung ist und nicht Skiarena Andermatt-Sedrun verwendet werden sollte?

 

1. Inhalt und Abgrenzung

  1. 10
    Wir erachten die Gebietsaufteilung als nicht ideal. Die Gliederung Mitte spielt in Bezug der Bevölkerungsentwicklung (negativer Trend) sowie der Enge des Reusstales, Maderanertales und des Sustenpasses eine untergeordnete Rolle. Zudem kennt die „Mitte“ keinen Entwicklungsschwerpunkt, sondern dockt sich an die Regionalzentren Erstfeld und Andermatt an.

 

3. Raumentwicklung

  1. 16
    Die aufgeführten Wachstumszahlen sind sehr ambitioniert. Hier ist Skepsis angebracht.

 

  1. 17
    Die angenommene, enorme Entwicklung bei den Übernachtungen und Skierdays führt zu gewaltigen Anforderungen an Infrastrukturanlagen. Dieser Abhängigkeit wird im Bericht zu wenig Beachtung geschenkt.

 

4. Mobilitätsentwicklung

  1. 18
    Der Autoverlad am Oberalp ist zwingend zu erhalten und das Angebot auszubauen.
  2. 19
    Gemäss generellem Projekt wurden für den 2. Gotthardtunnel klare Anforderungen an den Bahntransport von grossen Materialmengen gestellt. Hier gilt es zu beachten, dass die MGB nicht auf Materialtransporte ausgelegt ist.

 

  1. 20
    Die Kenngrössen werden stark hinterfragt. Das Verkehrsaufkommen aufgrund des pendelnden Personals scheint nicht berücksichtigt zu sein.

 

  1. 21, unten
    Es wird von Arbeitspendlern innerhalb der Gemeinde Andermatt geschrieben. Dabei ist zu beachten, dass diese auch aus anderen Gemeinden anfallen (Hospental, etc.).

 

  1. 23
    Eine touristische Zunahme wird nicht berücksichtigt, z.B. aufgrund des internationalen Radwanderweges.

 

5. Ziele und Handlungsbedarf Mobilität

  1. 25, 5.3, Punkt 2
    Die regionalen ÖV-Verbindungen sind auf das Regionalzentrum Andermatt und den Kantonsbahnhof Altdorf sowie auf die Verknüpfungen in Göschenen auszurichten.

Hier herrscht zwingend Handlungsbedarf.

 

6. Strategien

  1. 26, 6.1, Punkt 1
    Der öffentliche Verkehr wird auf das Regionalzentrum Andermatt, den Umsteigepunkt Göschenen und auf den Kantonsbahnhof Altdorf ausgerichtet.

Die ÖV-Ausrichtung ist auf das Tessin, das Gomsgebiet und die Surselva zu erweitern.

 

  1. 26, 6.2, Punkt 5
    Die Anbindung der Gemeinden im Bereich Ursern wird auf die Bedürfnisse der Berufspendler, die Erreichbarkeit des Kantonshauptorts und die Verknüpfung mit dem Fernverkehr ausgerichtet.

Der „Bereich Ursern“ ist mit „inkl. Göschenen und Zumdorf“ zu präzisieren.

 

  1. 28, 6.3.1, Punkt 3
    Der Versorgungsverkehr in den Randgebieten soll sichergestellt werden, soweit es wirtschaftlich tragbar ist.

Der zweite Teil ist zu streichen.

  1. 28, 6.3.2
    Die gesamte Teilstrategie Parkierung wird stark in Frage gestellt.

 

  1. 29
    Im Bereich Ursern sollen die Bedingungen für den Veloverkehr verbessert werden, soweit dies wirtschaftlich tragbar ist.

Der zweite Teil ist zu streichen.

 

7. ÖV – Netz und Massnahmen

  1. 30, 7.1, Punkt 3
    Fernverkehrszug zwischen Erstfeld und Bellinzona

Dabei ist auch der Richtung Bellinzona-Erstfeld besondere Beachtung zu schenken.

 

  1. 32, 7.3
    Bei der Massnahme Ö3
    Bahnangebot Fernverkehr gezielt stärken (insbesondere durchgehende Züge Zürich / Basel-Tessin auf der Gotthard Bergstrecke SBB, MGBahn auf der Ost-West-Achse)
    ist das Angebot zwingend in beide Richtung zu berücksichtigen.

 

Die Massnahmenliste ist um die folgenden Punkte zu ergänzen:

  • Prüfen Halt auf Verlangen auf der Bahnstrecke bei Intschi an Wochenenden (entlastet Buslinie Erstfeld-Göschenen)
  • Prüfen Halt auf Verlangen auf der Bahnstrecke bei Zumdorf während des Winterfahrplanes (entlastest evtl. Parkplatzsituation in Andermatt)

 

8. Strassennetz und Massnahmen

  1. 35
    Die Massnahme SB2
    Abflussdosierung der Ausfahrten A2(37) Erstfeld, A2(38) Amsteg (bei Bedarf) und A2(39) Wassen bei Rückstau auf der Autobahn zur Reduktion des Rückstaus auf der Kantonsstrasse und zur Freihaltung der Notfallachse
    ist zwingend umzusetzen. Der Ausweichverkehr über die Kantonsstrasse ist an den Ausfahrten Erstfeld und Amsteg zu unterbinden.

9. Parkierung, Massnahmen

Das Parkplatzkonzept wird aus den nachfolgenden Gründen infrage gestellt und als unrealistisch und nicht umsetzbar erachtet:

  • Die aufgelisteten Parkplätze sind heute und auch in absehbarer Zeit nicht vorhanden.
  • Eine übergeordnete Begrenzung der Parkplätze für das TRA macht keinen Sinn. Das Angebot ist auf die Nachfrage auszurichten und gegebenenfalls anzupassen.
  • Die aufgeführte Doppelnutzung kann nicht funktionieren.
  • Für Carparkplätze ist zu wenig Platz berücksichtigt. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl Cars in Zukunft zunehmen wird (Touristen, Angebot Glacierexpess, etc.).
  • Grossanlässe mit einem enormen Besucheraufkommen werden ausgeblendet.

 

  1. 38, 9.2.5
    Für den Sommerbetrieb am Oberalppass wurden im Richtplan ein Parkplatz mit 150 PW-Parkfeldern für die Bergbahn und ein Platz für 30 Camper festgelegt.

Ist dies im Richtplan vorgesehen bzw. mit diesem vereinbar (vorhandene Schutzzone)?

 

  1. 38, 9.3.2, unten
    Sollten die Parkfelder im Areal Rossstall / Altkirch nicht zur Verfügung stehen, ist für Ersatz auf dem Areal des TRA zu sorgen.
    Dieser Satz ist zu ergänzen mit „zu tragbaren Preisen“

 

  1. 42, 9.3.5

Die Massnahme P03
Einrichten eines Shuttle-Busses für die Beförderung der Skitouristen zwischen dem P+R Göschenen und Andermatt
wird hinterfragt. Da damit zusätzlicher Verkehr in der Schöllenen generiert wird.

Die Massnahmenliste ist um den folgenden Punkt zu ergänzen:

  • Parkmöglichkeiten für Wochenaufenthalter und über Nacht gewährleisten.
  • Ein ausreichendes Parkplatzangebot bereitstellen und bewirtschaften sowie ein steuerbares Parkplatzleitsystem einrichten.

 

10. Langsamverkehrsnetze und Massnahmen

  1. 44
    Die Aussage, dass zwischen Realp und Hospental keine Massnahmen notwendig sind, ist befremdend.

 

  1. 45, Punkt F 1
    Die Bezeichnung Oberalpstrasse stimmt nicht. Der betroffene Abschnitt befindet sich auf der Gotthardstrasse.

 

Wir danken für die Gelegenheit zur Stellungnahme und ersuchen Sie, unsere Anliegen zu berücksichtigen.

 

Freundliche Grüsse

Namens Parteipräsidium CVP Uri

Rita Traxel